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Palmsonntag
Ein Feiertag
mit großer Tradition und kirchlichem Hintergrund. In verschiedenen
vornehmlich katholischen Orten werden Prozessionen abgehalten, daher
schauen Sie sich in Ihrer Umgebung um. Eine touristische Empfehlung haben
wir zur Zeit nicht. |
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Genau eine Woche vor Ostern ist Palmsonntag. An diesem Tag wird gefeiert,
wie Jesus - auf einem Esel reitend in Jerusalem einzog, um dort das
Passahfest zu feiern. Festpilger begrüßten ihn fröhlich und winkten ihm
zu. Bei Matthäus heißt es dazu: "Sehr viele vom Volke breiteten ihre
Kleider über den Weg, andere hieben Zweige von den Bäumen und streuten sie
auf den Weg. Das waren wohl Ölzweige, aber vielleicht auch Palmblätter. |
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Daraus wurde der
Brauch, am Sonntag vor Oster „Palmzweige" in der Kirche weihen zu lassen.
Der Brauch ist schon sehr alt; man kennt ihn seit dem neunten Jahrhundert.
Am Ende des Mittelalters war er in ganz Deutschland, aber auch in den
Nachbarländern verbreitet. Natürlich gab es bei uns keine richtigen
Palmzweige, aber der Name blieb. Man sprach von „dem Palm" oder „dem
Palmen". Das war ein großer Busch aus allerlei Zweigen oder auch ein
langer Stab, um den man Zweige gebunden hatte. Tannenzweige, vom Buchsbaum
oder von der immergrünen, dornenbesetzten Stechpalme. Vor allem aber waren
die gerade aufgeblühten Weidenzweige beliebt, die schon *'Palmkätzchen"
trugen. Zum Teil wurde der „Palmen" obendrein prächtig geschmückt: mit
gebackenen „Palmvöqeln" mit Brezeln, Zuckerzeug, Seidenbändern und
Goldflitter. Man' hängte Heiligenbilder daran, Papierfahnchen und Äpfel. |
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Zur Abwehr von Hexen
und Dämonen
Der in
der Kirche geweihte Palmbusch galt als das beste Mittel, Dämonen und Hexen
abzuwehren. Darum steckte man ihn – je nach Größe - hinter den Spiegel
oder hinter des Kruzifix, befestigte ihn unter dem Dach am First oder im
Stall. Zuweilen steckte man den „Palmen“ auch in einer Gartenecke in den
Boden und brachte ihn erst an Ostern ins Haus. Dort wirkte er sehr
Segenreich, vor allem gegen Blitzschlag. Selbst der aufgeklärte Paracelsus
empfahl, bei Gewitter ein wenig vom Palmbusch im Küchenherd zu verbrennen, sicherheitshalber
natürlich nur.
Es ist zum Teil heute noch üblich zwei Wochen vor Ostern Kirschen- oder
Weidenzweige ins Wasser zu stellen, damit sie am Palmsonntag oder
spätestens zu Ostern blühen.
Die Blütenpracht des
Frühlings in den eigenen vier Wänden.
Vor allem
Palmkätzchenzweige und Forsythien eignen sich dafür. Sie schneiden sie
unten sauber ab und stellen sie eine Woche vor Palmsonntag in warmes
Wasser, Sollten die Zweige dann am Sonntag noch nicht aufblühen so tun sie
es bestimmt in der Karwoche oder zu Ostern. |
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Der „Palmesel” als Langschläfer
Kennen Sie den Begriff "Palmesel"? Das war,
im Original das Grautier, auf dem Jesus in Jerusalem einritt. Seit dem
Mittelalter waren in vielen Städten Palmumzüge üblich bei denen ein
hölzerner Esel durch die Strassen gezogen wurde; auf dem saß der Herr
Pfarrer oder ein anderer Geistlicher. Später nannte man den Jungen
„Palmesel“, der mit seinem Palmbusch als letzter in die Kirche kam, dessen
Palm also zuletzt geweiht wurde. Heutzutage ist derjenige der "Palmesel“,
der am Palmsonntag als letzter aus dem Bett kommt.
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