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Ostern - Tage
der Gemeinsamkeit und Freude
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Ostersonntag, der Tag dar Auferstehung, ist nicht nur das größte
christliche Fest, es ist auch das älteste. Seine Vorgeschichte reicht weit
ins Alte Testament. Es war ja das jüdische Passah-Fest, dass Jesus mit
seinen Jüngern in Jerusalem feiern wollte. Das fand alljährlich am ersten
Frühlingsvollmond statt. Bei diesem Fest wurde er hingerichtet. Nach
christlicher Lehre. ist er zwei Tage später wieder auferstanden. Dieses
Ereignis feiern wir zu Ostern.
Kurios ist dabei allerdings, dass niemand weis, woher der Name „Ostern“
eigentlich kommt. Die einen meinen. da sei eine germanische
Frühlingsgöttin namens Ostrata im Spiel. Die anderen weisen darauf hin,
dass in der Zeit die Sonne ziemlich genau im Osten aufgehe; diese
Jahreszeit hieß im Althochdeutschen „Ostra“. Die Wissenschaftler sind mit
keiner dieser Deutungen sehr zufrieden. |
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Wenn
alle Brünnlein fliesen
Viele schöne Osterbräuche haben sich von altersher erhalten. Zum Beispiel
der Osterspaziergang. Der war früher in jedem Dorf selbstverständlich. Man
ging stets zu einem Bach, noch besser aber zu einer Quelle. Denn Wasser
hatte am Ostermorgen eine reinigende Kraft, die weit über das Hygienische
hinausging: Sie befreite vom Bösen. Darum hielt man die Hand hinein. Ganz
Mutige badeten sogar darin.
Ostern war Immer ein fröhliches Fest. Man spielte und sang; meist gleich
anschließend an den Kirchgang. Noch heute gibt es bei vielen Orten eine
„Osterwiese“, auf der früher getanzt und getollt wurde. Selbst dar
Gottesdienst war oft recht heiter; den Priestern war sogar erlaubt, ihre
Gemeinde mit lustigen Märchen und Späßen von der Kanzel herab zu
unterhalten. |
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Nun wird ausgiebig geschlemmt
Außerdem wurde an Ostern - nach dam Ende der Fastenzeit - seit jeher gut
gegessen. Zum Beispiel Lamm. Das ist sogar ein alttestamentarischer
Brauch: zum Passahfest aß man das Osterlamm. In manchen Gegenden wurde
Ostern zum Schlemmerfest.
In einigen Orten am Bodensee schlachtete man Mastochsen. Viel Süßes wurde
gebacken: Lämmer aus Biskuitteig mit Wacholderbeer-Augen und einem roten
Bändchen um den Hals, Männer aus Hefeteig mit einem bunten Ei im Arm oder
- vor allem im Schwarzwald Osterhennen mit einem Ei unter dem Flügel. Osterkuchen die man
stets mit vielen Eiern herstellte - mussten groß sein wie Wagenräder.
Im Schwarzwald buk man riesige Eierfladen, in Laupheim fütterte man solche
Fladen sogar dem Vieh. In Trochtelfingen (bei Bopfingen) wurde im
Pfarrhaus aus Eiern, die von den Frauen des Dorfes gebracht wurden, ein
überdimensionaler Osterfladen gebacken Der wurde dann vom Bürgermeister an
die Schüler verteilt |
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Wie Ostern zu seinen Eiern kam.
Eier wurden schon sehr früh mit dem Osterfest in Zusammenhang gebracht.
Das ist kein Wunder. Sie galten bereits in heidnischer Zeit als besonders
geschätzte Frühjahrsnahrung, als Fruchtbarkeits- und Kraftmittel. Man
mauerte sie - als Heilsbringer - ins Fundament von Häusern ein und
gab sie Toten mit ins Grab. In einem römisch-germanischen Gräberfeld fand
man Eier als Grabbeilage. Das Erstaunliche ist, sie waren mit Streifen und
Tupfen bemahlt.
Bei unseren Ostereiern war solcher Schmuck lange nicht üblich, man kannte
zwar schon rot- und sogar goldgefärbte Eier aus Ägypten. In China soll
bereits vor 5000 Jahren am Frühlingsanfang buntverzierte Eier verschenkt
worden sein. Aber bei uns war das zunächst nicht Sitte. Unsere Ostereier
waren weiß. Bis zum 12. Jahrhundert. |
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Der "eierlegende Hase"
Er ist Sinnbild der Fruchtbarkeit und wurde einst, vor allem auf
österlichen Bildbroten zuweilen neben einem Ei abgebildet, weil auch
dieses Zeichen der Fruchtbarkeit und Lebensfülle war. Unser Eier
verteilender Osterhase ist also nur aus falsch interpretierter Symbolik
heraus entstanden? Auch die christliche Deutung aus dem Psalm 104, 18 ist
möglich: In der Übersetzung wird von "Klippdachsen" gesprochen, jedoch
findet man in alten Übersetzungen auch die Wörter Hase oder Kaninchen.
In Byzanz war der Hase in der
Tiersymbolik ein Symbol für Christus. Weiterhin steht der Hase als Zeichen
der Fruchtbarkeit, was sich anhand der griechischen Liebesgöttin Aphrodite
und der Germanischen Frühlings- und Fruchtbarkeitsgöttin Ostera, denen ein
Hase als heiliges Tier zugeordnet wurde, belegen lässt. Die große
Fruchtbarkeit beweist der Hase durch seine starke Vermehrung mit bis zu 20
Jungen im Jahr selbst. Aus weltlicher Sicht, galt der Gründonnerstag als
Abgabe- und Zinstermin für Schuldner an die Gläubiger. Einerseits ist
überliefert, dass die Gläubiger in Eiern oder Hasen bezahlt wurden, siehe
das Haushaltsbuch eines Speyrer Domherrn. Eine zweite Überlieferung sagt
aus, dass der Schuldner bei Bezahlung seiner Schulden ein freier Mann ist,
der mit einem Hasen verglichen wurde, der nicht vom Hund gehetzt wird. |
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Der Hase kommt im Frühjahr zur Futtersuche in die Dörfer und Gärten und
aufgrund des ungewöhnlichen Verhaltens sich in Menschennähe aufzuhalten,
wird ihm gleichzeitig das Ablegen der besonderen Eier angedichtet. In
Verbindung damit das Frühlingserwachen der Fauna und Flora in dieser Zeit.
Auch sie Terminierung des Osterfestes lässt eine Verbindung zum Hasen zu.
Das Osterfest wird am ersten Sonntag des Frühlingsvollmondes gefeiert und
er Hase gilt als Mondtier.
In Zürich ist alten Aufzeichnungen zufolge der Osterhase als Eierbringer
überliefert. Dabei ist es von den Paten Brauch gewesen Kinder einzuladen,
um mit ihnen den Osterhasen zu jagen, d.h. es wurden die im Garten
versteckten Eier gesucht. Die bunten Eier wurden dabei dem
Osterhasen zugeschrieben, weil er viel flinker ist und die Hennen keine
bunten, verzierten Eier legen konnten. Damit geht dieser Brauch auf
den Erklärungsnotstand der Erwachsenen gegenüber den Kindern zurück. Denn
die Hennen als Überbringer waren weniger glaubhaft als der Hase. Auch die
Niedlichkeit des Hasen, vor allem für Kinder lässt den Glauben an den
Hasen immer wieder aufleben. Dabei setzte sich der eierlegende Hase sich
in Deutschland um das 19. Jahrhundert durch und konnte bei der städtischen
Bevölkerung schnell überzeugen, denn die Landbevölkerung bedurfte aufgrund
der besseren Kenntnisse über die Hasen mehr Überzeugungskraft, um an den
Osterhasen zu glauben. |
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