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Die Weihnachtsmärkte

eine alte Tradition


Nach Angaben der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT) in Frankfurt besuchen rund 160 Millionen Menschen die etwa 2500 Christkindl-, Weihnachts- und Adventsmärkte in den Wochen vor Weihnachten. Viele Märkte haben eine Jahrhunderte alte Tradition. Mit Superlativen besetzt, wie größter, schönster, hellster usw. versuchen viele Städte wider aller Kreativität des Angebotes Gäste zu locken - und es gelingt auch zum Teil. Buskollonen steuern all wochenendlich nach Stuttgart oder München. Hier eine kleine Auswahl besonderer Traditionen und Ideen.


Als ältester Weihnachtsmarkt in Deutschland gilt der Striezelmarkt in Dresden. Im 15. Jahrhundert wurden dort Striezel angeboten, die Vorboten des heutigen Dresdner Christstollen. Im Zentrum des Striezelmarktes dreht sich vom 24. November bis 24. Dezember die größte erzgebirgische Stufenpyramide der Welt. Beim Stollenfest am 3. Dezember wartet ein rund vier Tonnen schwerer Riesen-Christstollen darauf, von hungrigen Besuchern verschlungen zu werden. Rund 1600 Künstler treten auf dem Striezelmarkt auf, darunter 21 Chöre und 6 Bergmannsorchester.
Der Christkindlesmarkt in
Nürnberg kann bis ins 17. Jahrhundert zurückdatiert werden. Er findet bereits Nachahmer in Nordamerika. Eröffnet wird das weihnachtliche Markttreiben alljährlich am Freitag vor dem ersten Advent vom "Christkind" höchstpersönlich mit einem feierlichen Prolog -in diesem Jahr also am 25. November. Zur Stärkung werden traditionelle Nürnberger Lebkuchen verkauft. In Augsburg hat das Weihnachtsgebäck ebenfalls Geschichte: Der Weihnachtsmarkt dort war zunächst unter dem Namen "Lebkuchenmarkt" bekannt.  
Insgesamt rund 50 Weihnachtsmärkte sollen in
Berlin die Wartezeit auf Weihnachten verkürzen. Im Innenhof des jüdischen Museums in Kreuzberg wird zum Beispiel ein jüdisch-christlicher "Weihnukka-Markt" veranstaltet, auf dem christliche Weihnachtstraditionen und die des jüdischen Chanukka-Fests ausgestellt werden.  
In
Köln haben Besucher die Wahl zwischen sechs Weihnachtsmärkten in der Innenstadt. Vom 24. November bis 20. Dezember wird die "MS Wappen von Mainz" zum schwimmenden Weihnachtsmarkt. Das Schiff liegt vor der Kölner Altstadt vor Anker.  
Aber auch Weihnachtsmärkte in kleineren Städten haben besondere Reize: Die mehr als 160 Buden auf dem Barock-Weihnachtsmarkt in
Ludwigsburg nördlich von Stuttgart sind in ihrer symmetrischen Anordnung einer Stadt- oder Gartenanlage der Epoche nachempfunden. Dekorationen wie Lichttore und illuminierte Engel sorgen für ein weihnachtliches Ambiente vor den Fassaden der Barockstadt. Auch in Ludwigslust in Mecklenburg werden Besucher des "Barocken Adventsmarktes" vom 24. bis 27. November in die Zeit von Puderperücken zurückversetzt.  
Traditionelle Bergmannskunst aus dem Erzgebirge gibt es zum Beispiel auf dem Weihnachtsmarkt in
Chemnitz zu sehen. Übermannsgroße Holzfiguren wie Nussknacker, Reiterlein und Räuchermann stehen zwischen den Buden. Eine zwölf Meter hohe Weihnachtspyramide und ein meterhoher "Schwibbogen" schmücken das Areal. "Glück auf" heißt es bei der Bergparade am Vortag des ersten Advents, wenn 600 Bergmänner die Weihnachtszeit im Erzgebirge einläuten.  
In den alten Hansestädten haben Weihnachtsmärkte ebenfalls Tradition: In der
Lübecker Altstadt werden rund um das Rathaus und auf dem Koberg weihnachtlich geschmückte Buden aufgebaut. Im Lübecker Märchenwald werden Kinder zwischen rund 500 Tannen in die Welt der Erzählung der Gebrüder Grimm entführt. Zur Eröffnung des Rostocker Weihnachtsmarktes schifft sich der Weihnachtsmann persönlich ein.  
Auch in
Wismar wird der Weihnachtsmann am Alten Hafen empfangen. Er kommt, so wird erzählt, alljährlich aus dem skandinavischen Wald über die Ostsee in die Hansestadt und eröffnet den Weihnachtsmarkt auf dem historischen Wismarer Marktplatz. Kinder, die der Erzählung nicht mehr glauben wollen, entschädigt der Kinderweihnachtsmarkt zum Mitmachen. Dort gibt es eine Notenstube, ein Töpferhäuschen, eine Backstube und ein Spielhaus.  
In
Münster locken weihnachtliche Genüsse auf insgesamt sechs Märkten in der historischen Altstadt. Auf dem Platz des Westfälischen Friedens im Innenhof des Rathauses wölbt sich ein Lichterhimmel über Spielzeugbuden. Am Kopf des Prinzipalmarktes drängen sich kleine blaue Spitzdachbuden an die Lambertikirche, insgesamt umfassen die Märkte rund 280 Stände.
Was in anderen Bundesländern der Weihnachtsmarkt, ist in Bayern der Christkindlmarkt. Auch auf der
Fraueninsel im Chiemsee weht der Duft kandierter Früchte und Lebkuchen von den rund 50 Ständen des Christkindlmarkts. An den beiden ersten Adventswochenenden (25. bis 28. November und 2. bis 4. Dezember) wird an den Buden Kunsthandwerk verkauft. Bekannte Schauspieler und Autoren wie Anja Kruse, Robert Atzorn, Susanne von Borsody und Hera Lind lesen dort Weihnachtsgeschichten.



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