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Martin war der Sohn eines
heidnisch-römischen Tribuns. Er wurde in Pavia, der Heimatstadt des
Vaters, christlich erzogen und im Alter von 10 Jahren in die Gruppe der
Katechumenen - der Taufbewerber - aufgenommen. Mit 15 Jahren musste er auf
Wunsch des Vaters in den Soldatendienst bei einer römischen
Reiterabteilung in Gallien eintreten, schied aber mit 18 Jahren aus, weil
Christsein und Militärdienst sich nicht vereinbaren lassen. Er wurde von
Hilarius, dem späteren Bischof von Poitiers, getauft. Zuvor geschah nach
der Legende, was Martin weltberühmt machte: Martin begegnete am Stadttor
von Amiens als Soldat hoch zu Ross einem frierenden Bettler, ihm schenkte
er die mit dem Schwert geteilte Hälfte seines Mantels; in der folgenden
Nacht erschien ihm dann Christus mit dem Mantelstück bekleidet: er war es,
der Martin als Bettler prüfte. |
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Vielerorts
werden diverse Veranstaltungen zu Ehren und Erinnerung St Martins
organisiert, Laternenumzüge, Gottesdienste, Märkte und Festessen. In
einigen Gegenden führt den Laternenzug ein Reiter als St. Martin an oder
es wird auch die Legende mit dem Bettler nachgespielt.
Besonders auf dem Lande war früher der Martinstag von großer Wichtigkeit.
An diesem Tage erhielten die Mägde und Knechte ihren Lohn, da jetzt die
Ernte eingebracht und der Wein gekeltert war. Der Martinstag bedeutete
somit den Abschluss eines Wirtschaftsjahres. Gleichzeitig mussten aber
auch die Abgaben an Zinsen und Pacht bezahlt werden. Viele Bauern
leisteten ihre Abgaben nicht finanziell, sondern in Form von
Landwirtschaftlichen Produkten, z.B. einer Kuh, einem Schwein oder einer
Gans.
Weil die Gänse oft vorher geschlachtet wurden, um dem Gutsherren einen
fetten Gänsebraten zu servieren wurden diese Gänse nach dem Namen des
Tages, also Martinsgans genannt |
Ich geh mit meiner
Laterne
und meine Laterne mit mir.
Wenn heute die Kinder im Herbst abends mit Laternen durch die Straßen
ziehen, dann ist auch das ein Brauch, der zum Martinstag gehört. Für
diesen Abend bastelten oder kaufen die Kinder bunte Laternen, setzten
Kerzen hinein.
In einigen Gegenden ziehen damit von Haus zu Haus, um sich süßes Zeug zu
erbetteln. Denn der Heilige Martin ist ja der einschlägige Schutzherr. |
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