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Früher sah man das ganz
anders. Es galt der Matthäus-Tag, also der 21.
September, lange Zeit als das Datum, an dem ein neues Jahr beginnt. Das
ist eine logische, bäuerliche Betrachtungsweise: Die Ernte ist vorbei, das
alte Jahr abgeschlossen.
Für die Winzer freilich stand die Ernte bevor. Die
brachten dem Matthäus-Tag früher besonders große Aufmerksamkeit entgegen.
Denn schönes Wetter am 21. September verhieß ihnen vier Wochen lang gutes
Wetter für den Wein. Sie können ja selbst mal prüfen, ob diese Regel noch
gilt.
Matthäus ist Patron der Bankangestellten, Finanz-, Steuer- und
Zollbeamten, der Geldwechsler und Buchhalter sowie gegen Trunksucht. Von
der Arbeit als Zöllner ist der auch heut noch gebräuchliche Spruch "Bei
ihm ist Matthäi am letzten" abgeleitet; eine Andeutung, dass jemand in
finanziellen Schwierigkeiten steckt. |