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Der Festtag Mariä Himmelfahrt wird am 15.
August gefeiert. Aber unter diesem Namen war er in vielen Gegenden lange
Zeit gar nicht bekannt. Da hieß der Tag “Kräuterweihe“, “Unser Frauen
Würzweih“ oder “Büschelfrauentag“. Man bringt am 15. August noch heute
Kräutersträußchen in die Kirche, um sie weihen zu lassen. Üblicherweise
handelt es sich um dreimal drei, also neun Kräuter. Mist ragt in der Mitte
die Königskerze auf um die sich dann Thymian, Johanniskraut, Baldrian und
Basilikum (oder auch andere) ordnen. Der geweihte Gewürzstrauß wird in der
Wohnung oder in der Scheune aufgehängt. Die Kräuter trocknen nach und
nach; früher wurden sie dann bei Krankheit als Arznei genommen. Sie
sollten aber auch gegen Gewitter schützen. |
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Was hat Maria mit den Kräutern zu tun?
Es scheint wohl nötig, über den eigentümlichen
Zusammenhang zwischen Maria Himmelfahrt und der Kräuterweihe zu sprechen.
Indessen: da gibt es gar keinen. Zwar wird gerne gesagt, Maria habe starke
Beziehungen zu Pflanzer gehabt. Man bezeichnet sie als die “Blume des Feldes“.
Und als die Apostel nach dem Tod der Gottesmutter deren Grab öffneten, fanden
sie darin keine Leiche (denn Maria war zum Himmel aufgefahren), sondern nur noch
Blumen.
Dies
alles ist sehr lieb erfunden. In Wirklichkeit war die Mitte des Monats August
schon bei den alten Germanen die Zeit der “Wurzelgräber“ und der
“Kräuterweiblein“. Das wurde später mit der Marienlegende klug verbunden. Auf
der Schneekoppe im Riesengebirge- da, wo Rübezahl zuhause ist- feierte man an Mariä Himmelfahrt noch vor hundert Jahren einen Weihgottesdienst, zu dem von
weit her alle “Kräutermänner“ zusammenströmten: die Sammler von Heilkräutern.
Mariä Himmelfahrt wird noch heute vielerorts benutzt, um
Jahrmärkte und Herbstfeiern abzuhalten. Jetzt beginnt auch schon die Zeit der
Kirchweihen, der “Kirben“- eine Zeit, die bis zum dritten Oktobersonntag dauert.
(Das ist der Kirbe-Tag für alle Orte, die keinen besonderen Festtag haben.)
Eins
der bekannteste Kirchweihfest, das in der Zeit von Mariä Himmelfahrt gefeiert
wird, ist die “Kappele – Kirbe“ in Killingen bei Ellwangen, bei der ungemein
viel gegessen und getanzt wird. Sie findet stets am zweiten Sonntag im August
statt. |