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Der Jakobitag
Die
Heiligen bestimmten den Kalender
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Für unsere
Altvorderen, die sich mit der Landwirtschaft abgaben, hatte der
Jahreskalender eine ganz andere Bedeutung. Gewiss, auch wir lassen uns vom
Kalender sagen, wann Weihnachten und Ostern stattfindet oder wann unser
Urlaub eingetragen ist. Im übrigen aber kümmern wir uns doch rechtwenig um
ihn. Bei den Bauern war das früher ganz anders. Sie ließen sich bei ihrer
Arbeit vom Kalender leiten. Dabei achteten sie weniger aufs Datum als auf
die Heiligen, die den einzelnen Tagen zugeteilt sind. Die bestimmten nach
alter Erfahrung den Ablauf der Dinge – ob die Bauern nun katholisch oder
evangelisch waren. |
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Mölirad in
Urnäsch |
Jakobsweg - Deutschland |
Santiago de Comp. |
Da ist zum Beispiel am 25. Juli der
Jakobi- Tag. An dem begann in unseren Gegenden die Roggen- und die
Weizenernte. Früher war das Getreide nicht reif, und in vielen Teilen
Württembergs durfte vor dem Jakobi-Tag bei Strafe nicht mit der Ernte
begonnen werden. Kleine Kartoffeln kann man an diesem Tag schon
ausgraben; die heißen “Jakobs-Kartoffeln“, und die ersten Äpfel, wenn sie
reif waren, “Jakobs Äpfel“.
An dem Sonntag, der dem Jakobitag am nächsten gelegen ist, findet auf der
Schweizer Hochalp in
Urnäsch der
fröhliche Anlass der Sennen und ihren Begleiterinnen mit
Streichmusikbegleitung und Trachtentänzen statt. Hier wird regelmässig das
„Mölirad“ vorgeführt, ein eindrücklicher Männertanz, der viel Kraft in den
Armen und Beinen erfordert. Die Jakobifeier ist wahrscheinlich
in Anlehnung auf das Jakobifest auf dem Kronberg (St.
Jakobskapelle) entstanden.
Man hat sich viel Mühe gegeben, den heiligen Jakobus selbst in Verbindung
zur Landwirtschaft zu bringen. Er war ein Apostel, ein Begleiter Christi.
Und da hat man nun die reizende Geschichte erfunden, dass die Apostel
einst durch ein Kornfeld wandelten. Den Bauern behagte es gar nicht, dass
ihr Getreide niedergetreten wurde. Darum nahmen sie den Aposteln die Hüte
weg. Erst als Jakobus zusagte, für alle Zeit als Kornpatron zu wirken,
bekamen die heiligen Männer ihre Hüte wieder.
Der gute Jakobus war übrigens- genauso wie sein Bruder, Johannes- ein
recht temperamentvoller Mensch. Jesus nannte die beiden die “Donnersöhne“.
Heute ist Jakobus der Nationalheilige Spaniens. |
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