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Der 1. Mai, der heute allüberall als
Feiertag der Arbeiterbewegung gilt, ist als Festtag viel , viel älter. Man
feiert ihn seit dem Mittelalter als Volksfest. Und zwar aus einem sehr
einleuchtenden Grund: weil die Walpurgisnacht mit ihrem Hexenzauber
vorausgeht. |
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Die Heilige
Walpurga, nach der die Nacht benannt ist, kann nichts dafür. Sie war keine
hexe, sondern im 8. Jahrhundert Äbtissin im mittelfränkischen Heidenheim.
Das ändert nichts daran, dass in ihrer Nacht alle Hexen auf Besen, Katzen
oder Ziegenböcken zum Blocksberg im Harz reiten, um dort mit dem Teufel zu
tanzen. In dieser Nacht sind alle Zaubermächte frei.
Schon Karl der Große versuchte, gegen diesen Aberglauben anzugehen. Die
Kirche auch; drum weihte sie ja den 1. Mai der Heiligen Walpurga. Aber
gegen die Hexen kam nichts an. Da half nur sich in jener Nacht Kreuze auf
das Gewand zu malen, die Strümpfe über Kreuz zu legen und das Arbeitsgerät
kreuzweise vor Scheuen und Tore zu stellen. Denn über das Kreuz kommen
Hexen nicht. Es half aber auch, nachts ein riesiges Feuer brennen zu
lassen. Das ist die Tradition der Feuer in der Mainacht, die noch heute
hier und dort geübt werden.
Am 1. Mai freute man sich sehr die Nacht heil überstanden zu haben. Das |
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| Fest
begann früh, meist schon in der Morgendämmerung. Da zogen die jungen Leute
hinaus, brachten grüne Zweige aus dem Wald und Sträuße von den ersten
blühenden Hecken. Das hieß bzw. heißt "den Mai holen". Es ist auch heute
noch schön, vor Tau und tag aufzustehen und hinauszugehen, um bei
Sonnenaufgang mit einem Maistrauß wieder zu Hause zu sein. |
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